Magnolien - Pflanzen aus einer längst vergangenen Zeit

Seit ca. 300 Jahren werden Magnolien in Europa kultiviert. Für die Magnolie selbst ist dies aber nur ein minimaler Zeitraum in ihrer langen Geschichte. Sie ist so etwas wie ein Dinosaurier unter den Pflanzen. Magnolien waren bereits auf der Erde zu finden, als es noch keine Bienen und ähnliche Insekten zur Bestäubung gab, statt dessen krochen Käfer in die noch geschlossenen Blüten und sorgten für die Vermehrung. 

Ursprünglich stammen die heute bekannten Magnolienarten zum größten Teil aus Asien, einige auch aus Nord- und Südamerika. In Asien wurde und wird sie übrigens nicht nur wegen ihrer Schönheit geschätzt: Mit ihren Blütenblättern wird Reis aromatisiert, in heißem Öl ausgebackene Magnolienblüten sind eine Köstlichkeit der chinesischen Küche. Und aus der Rinde der Magnolia officinalis, die das Alkaloid Magnocurarin enthält, wird in der Traditionellen Chinesischen Medizin ein beruhigendes Tonikum hergestellt. Nicht zuletzt wird aus den Blüten auch Parfüm hergestellt und das Holz für die Möbelherstellung verwendet. In China wachsen mehr als die Hälfte der 230 Arten.
Ihren Namen erhielt die Magnolie auf der karibischen Insel Martinique. Der französische Botaniker Charles Plumier (1646–1704) entdeckte dort eine Pflanze, die bei den Einheimischen den Namen „Talauma" trug. Zu Ehren von Pierre Magnol (1638–1715), dem Mitbegründer unseres modernen Systems zur Klassifizierung der Pflanzen, gab er ihr den Gattungsnamen „Magnolia".